Der Weg zur eigenen Zucht

Und so begann es...

Gundula Böhme war schon in ihrer Jugendzeit pferdevernarrt und verbrachte ihre Freizeit im ansässigen Reitverein. Aufgrund von Studium, Familie & Karriere ruhte das große Pferdehobby, bis es 1998 ein Revival erfuhr. Zusammen mit ihrer Tochter Pauline schwang sie sich wieder in den Sattel und entfachte die Leidenschaft zum Pferd neu. Ihre Tochter wurde natürlich auch vom Pferdevirus infiziert. Schon nach kurzer Zeit wurde nach dem zukünftigen eigenen Pferd Ausschau gehalten. Das klassische Warmblut kam nicht in Frage, weil es für die zierlichen Reiterinnen zu groß und mächtig war. Eines Tages rief eine Arberzüchterin an und schwärmte von den Qualitäten der Vollblutaraber, die ja eher als Pferde mit wenig Nervenkostüm bekannt waren. 

Die Züchterin unterstrich die Wendigkeit, Intelligenz, Zugewandtheit und Exklusivität dieser Rasse, und so blieb ein Besuch des Gestütes nicht aus. Dort verliebte Gundula Böhme sich in eine liebe Forellenschimmelstute mit riesigen Augen. Und so wurde die damals tragende Antea Bint Ghaijana bald ein neues Familienmitglied. Doch sie kam nicht allein. Neben Antea Bint Ghaijana zog die damals fast zweijährige Quarabstute Cheyenne mit ein, ebenfalls vom gleichen Gestüt, eroberte auch sie die Herzen der Familie Böhme. Der Grundstein einer angehenden Hobbyzucht war gelegt.Seither züchten wir in zwei Kategorien: Vollblutaraber polnisch-ägyptischer Abstammung und  Quarabs (Araber x Quarter Horse). 

Unsere züchterische Intention ist es, Typ und Rittigkeit des Vollblutarabers zu vereinen und zu optimieren. Jedoch definiert sich der ideale Typ der Vollblutarabers für uns nicht über die momentan gefragten großrahmigen Schautypen, sondern vielmehr über die nativen Vertreter ihrer Rasse. Besonders im Vordergrund steht für uns der Charakter des Pferdes und dass jedes Pferd unter dem Sattel ausgebildet und getestet wird, bevor es seinen Platz in der Zucht oder als wertvollen Freizeitpartner einnimmt. Aufgrund des hohen Leistungs- und Gangpotentials der polnisch gezogenen Vererber haben wir uns für diesen Zweig entschieden.

 

Unser Ziel der Quarab-Zucht wiederum ist die gegenseitige Ergänzung der Rasseeigenschaften zur Verbesserung der Reitpferdeveranlagung. Alle unsere Pferde werden im Herdenverband gehalten, behutsam von professionellen Händen in der klassischen Reitweise ausgebildet und entsprechend ihrer Stärken gefördert. Umgänglichkeit und Freundlichkeit sind uns dabei besonders wichtig.

 

Pardon, Quarab?

Die Zuchtrichtung Quarab ist eine Verschmelzung der Rasse Vollblutaraber mit Quarter Horse, um zum Beispiel minder vorhandene Rasseeigenschaften mit der anderen zu ergänzen. Bereits in der 50er Jahren begann man in den USA diese Rassen zu vereinen. Im Idealfall erkennt man beide Rassen in einem Quarab wieder. So hat es harte Hufe, welche nur selten beschlagen werden müssen, ein trockenes, dennoch kräftiges Fundament, eine schräge Schulter und gelegentlich auch flaches Gangwerk. Wichtig ist eine sehr gut bemuskelte starke Hinterhand (der Motor des Pferdes) die entsprechend Schub und Schwung gibt. Die Brust sollte gut bemuskelt und nicht zu schmal und der Halsansatz nicht zu tief sein. Der Kopf ist trocken und edel, die Nüstern sind stark erweiterungsfähig. So haben diese Pferde eine gut aufbaubare Kondition, Sprintvermögen (Quarter Mile) und sind sehr wendig. Quarabs werden nicht nur als Arbeitspferde auf amerikanischen Ranches eingesetzt, sondern finden auch im Dressur- und Springsport ihr Zuhause. Ebenso sind sie ein angenehmer Freizeitpartner. Quarabs sind intelligente, sensible, arbeitswillige Pferde, die trotz ihres Temperaments Nervenstärke zeigen und dem Menschen sehr zugewandt sind.

Gundula Böhme mit Antea

Pauline Böhme mit Crecent Moon


Das mittlerweile dreiköpfige Puliteam ist immer mit bei den Pferden dabei.